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RADON, ein neuer Gefahrstoff?

Radon ist ein im Untergrund natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es stammt aus der sogenannten Uran-Radium-Zerfallsreihe, also letztendlich aus dem Uran. Das heute angenommene Alter der Erde von 4,55 Milliarden Jahren wurde mit der Uran-Blei-Datierung bestimmt. Im Boden kommt Uran eigentlich nur als Spurenelement vor. Schätzungen zu Folge befinden sich 1,5 Tonnen Uran pro Quadratkilometer im Erdboden. Uran emittiert nach weiteren Zerfällen Radon. Radon ist das einzige gasförmige Zwischenprodukt dieser Zerfallsreihe.

Illustration - Radon im Erdreich

Illustration - Eintrittspfade für Radon

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Sehr informativer Infoflyer zu Radon (Hinweis: Dr. Gerhard Binker ist ausgebildet zur Radonfachperson für Bayern und Sachsen und Mitglied im Kora.e.V. http://www.koraev.de/html/binker.html)

Das Edelgas (=nahezu chemisch nicht reaktiv) Radon hat folgende Haupteigenschaften:

  • geruchlos
  • geschmacklos
  • radioaktiv (= gibt Alphastrahlung ab)
  • farblos
  • viel schwerer als Luft
  • chemisch inert

Illustration - Radon-Würfel

Beispiele für Radium-Gehalte von Schweizer Gesteinen (Quelle: RadonE-Learning Schweiz), siehe auch: www.radonfachperson.org

Man kann es also weder riechen noch schmecken und es ist auch noch farblos. Das macht es gefährlich, denn es erzeugt unbemerkt durch Einatmen (überwiegend seiner radioaktiven Zerfallsprodukte) Lungenkrebs. Es entsteht vor allem im Erdreich und in Gesteinen, also überall dort, wo Radium (Ra) vorhanden ist, aus dem es kernphysikalisch durch Zerfall entsteht. Das Radium stammt wiederum aus Uran, und infolge dessen auch das Radon. Radon kommt in unterschiedlichen Konzentrationen im Erdreich vor. So weisen granitische und vulkanische Untergründe eher hohe Uran-Gehalte auf, dagegen Schotter- und Muschelkalkgebiete eher niedrigere. Eine grobe Abschätzung der Radonrisikogebiete lassen die Radonkarten zu. Sie lassen aber keine Aussagen auf die Radonbelastung einzelner Häuser zu. Deshalb sind Radonmessungen unausweichlich.

Illustration - Zerfallsprodukte Uran

Karte - Mögliche Radongefahr in Deutschland

Quelle: binker.eu und Kemski-Bonn

Wovon die Belastung abhängt – und in welchen Gebieten Vorsicht geboten ist, erfahren Sie jetzt!
Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit und geologisch-mineralischen Zusammensetzung des Untergrundes gibt es regionale Belastungsschwerpunkte. Besonders Radon-emittierende Gesteine sind Granite, Granitgneise, Verrucano, Vulkanite, Schiefer, Uranvererzungen, Minenausbrüche etc.

Tabelle - Spezifische Radioaktivität nach Bodenart

Beispiele für Radium-Gehalte von Gesteinen/Mineralien (angegeben als Spezifische Aktivität) (Quelle: 1. Tagung „Radonsicheres Bauen“, HOCHSCHULE FÜR TECHNIK UND WIRTSCHAFT DRESDEN (FH) veranstaltet durch: KORA e.V. Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung zum radonsicheren Bauen und Sanieren

(Hinweis: Dr. Gerhard Binker ist ausgebildet zur Radonfachperson für Bayern und Sachsen und Mitglied im Kora.e.V. http://www.koraev.de/html/binker.html)

Ob die Radonkonzentration dann auch in Gebieten mit Radon-emittierenden Untergründen in den Häusern und Wohnungen hoch ist, hängt auch von den Gebäudequalitäten und der jeweiligen Bausubstanz ab. Schlecht isolierte Altbauten oder Häuser mit Streifenfundamenten oder gar ohne Bodenplatten sind besonders Radon-gefährdet.

Illustration - Radoneintrittspfade

Radongegenmasnahmen

Quelle: Flyer „Radon-Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten“: Herausgeber: Gemeinsame Veröffentlichung von Radon-Fachstellen aus Österreich, Schweiz, Süddeutschland, Südtirol, BAG, Sektion Radiologische Risiken, CH-3003 Bern, Publikationszeitpunkt: 2012 (Dr. Gerhard Binker ist qualifizierte Radonfachperson der Schweiz (BAG), von Bayern (LfU) und Sachsen (SMUL), www.radonfachperson.org

Radon-Gas dringt dabei hier über Risse und Fugen in die Gebäudekeller ein, aber auch über erdberührte Wände und Fußböden, Erdwärmetauscher, Brunnen etc. Radongas verteilt sich oft rasch konvektiv im Gebäude, vor allem beim Heizen im Winter durch den Auftrieb. Radon-Ausgangspunkte können aber auch Baumaterialien sein, wenn diese Radium-haltige Mineralien enthalten. Dann wird die Bausubstanz selbst zum Radon-Emittenten.

Metapher - Radon in der Luft

Kellerinstallation

Quelle: fotolia und www.radonfachperson.org


Quelle: Dr. Gerhard Binker, Radonfachperson der Schweiz (BAG, RadonE-learning): www.radonfachperson.org